Rückblick 2004

Das Festival des Arcs 2004 stand unter dem Zeichen der Bündelung. Food und Bar wurden eigenständig aufgezogen; neue OK-Mitglieder nahmen sich dem an. Das Festival des Arcs begann, sich ideell stärker zu positionieren: Wachstum um jeden Preis wurde als negativ bewertet, positiv jedoch die Entwicklung des Festivals zu einem Raum mit hoher kultureller Diversität; die Preise sollten erschwinglich bleiben; auf Sponsoring und visuelle Werbung wollte man künftig verzichten. Zusammen mit ähnlich ausgerichteten Openairs organisierte sich das Festival des Arcs im Verbund der «Freak-Festivals» und wirkte als Gastgeberin von deren Jahrestreffen. Jene OK-Mitglieder, die das Festival des Arcs lieber anders positioniert hätten, verliessen den Verein.

Tom Dick und Martin Bürgin kreierten geschichtete Signature Drinks, die an die namensgebenden «Arcs» erinnern sollten; eine Idee, die sich in der Umsetzung mit freiwilligen Helfer*innen als wenig praktikabel erweisen sollte – wiewohl, man erzählt sich, die beiden hätten in der Kreationsphase berauschende Abende miteinander verbracht. Claudio Eckmann konzipierte einen professionelleren Bühnenbau, der in seiner Struktur – von den Ausmassen einmal abgesehen – in den nachfolgenden Jahren nicht mehr verändert wurde. Die Ton- und Lichttechniker erhielten ihr eigenes Kabäuschen – und waren nun endlich vor Wind und Wetter geschützt. Bar und Küche erhielten substantiellere Bauten, ähnlich wie die Bühne durch Baumaterial aus Claudios Maurerlager aufgebaut. Das Blachenzelt wurde vergrössert; ebenso die darin installierte Nebenbühne. Wasserpfeifen, Chaï und Kuchen luden zum Verweilen ein. Auf der Wiese hinter dem Blachenzelt schlugen die Besucher*innen ihre eigenen Zelte auf. Die Zahl der übernachtenden Gäste stieg markant. Das Publikum wirkte durchmischter und reiste von weiter her an. Eine Tessiner Gruppe brachte Trockenwürste und Wein mit – und erhielt spontan die Erlaubnis einen ergänzenden Essensstand aufzubauen. Gerüstbauelemente und Heuballen bestimmten die Ästhetik; die roten Stoffbänder der SP waren wieder im Einsatz, zusammen mit den schwarzen. Bemalte Stoffbänder und stimmiges Licht im Blachenzelt komplettierten das Bild.

Das Festival wurde wiederum zweitägig durchgeführt, diesmal allerdings nicht mehr Samstagabends und Sonntagnachmittags, sondern an den Freitag- und Samstagabenden. Mit dreizehn Bands, einer freien Jamsession, Artistik auf der Nebenbühne, einer Führung in die Gipsgrube und diversen DJs wurde ein vielfältiges Programm geboten. Die Presse bewertete das fünfte Festival des Arcs als gelungen. Michael Feller schrieb in der Aargauer Zeitung über Konsolidierung und Ausrichtung: «Das zweitägige ‹Festival des Arcs› versetzte die Besucher in Tanzlaune. Nachdem letztes Jahr zu viel ausprobiert worden war, besann man sich auf Bewährtes. Die Macher des Open Airs im lauschigen Gipsgrube-Gebiet scheinen das optimale Konzept gefunden zu haben. […] Die Veranstalter hatten am Freitag- und Samstagabend wieder alle Fäden selbst in der Hand, was sich für ein Open Air dieser Grösse als die beste Lösung erwiesen hat.»

Programm: Funky Delicious; Anemon; Lama; Fource; Sinoma; Môr Cylch; Noea, Annunciation; Rumpulis; Ivoe Rösch und Freunde; Vollkorn; Im Schilf; Dani Stoller; Diabolo; Jamsession; Gipsgrubenführung (zu den «Arcs»)

 

Medienberichte

AZ-LIVE: Sommer-Festivals
Rundschau: Ein junges Festival und die Leute dahinter
Blick: Openairs Juni
Aargauer Zeitung: Hier stehen die Veranstalter auf der Bühne